07. Dezember 2017

2017 OT Ziegra 01Stadt kauft Rittergut Ziegra - attraktiver Wohnstandort soll entwickelt werden

Die Stadt Döbeln wird das Herrenhaus sowie sechs weitere Gebäude des ehemaligen Rittergutes im Ortsteil Ziegra kaufen. Dazu fasste der Stadtrat am 07. November den notwendigen Beschluss. 

Die Stadt sieht großes Potential in dem Areal. Die Lage ist ruhig und landschaftlich sehr reizvoll. Ziegra liegt auf einer Anhöhe mit weitem Blick ins Land. In unmittelbarer Nähe befinden sich ein alter Park und zwei Teiche. Mit wenigen Schritten gelangt man in das wildromantische Zschopautal, das sich zwischen Töpeln und Waldheim dahinschlängelt. Die Verkehrsanbindung im mehrere Richtungen ist gut. In Ziegra gibt es eine Kita und im Nachbarort Gebersbach befindet sich ein modernes Freibad. Kontakte der Verwaltung mit einem Architekturbüro, das bereits mehrere derartige Projekte realisiert hat, haben das Entwicklungspotenzial des Objektes bestätigt.  

Die Stadt Döbeln erwirbt die Immobilien vom Land Baden-Württemberg. Dieses ist infolge Erbausschlagung Eigentümerin geworden. Der vormalige Eigentümer ist 2013 verstorben und seine gesetzlichen Erben haben auf Grund der Überschuldung des Nachlasses das Erbe ausgeschlagen. Der Fiskus Land Baden-Württemberg ist daher gesetzlicher Erbe geworden. Dessen Versuche, das Objekt zu verwerten, führten nicht zum gewünschten Erfolg, so dass die Grundstücke der Stadt Döbeln zu einem symbolischen Preis in Höhe von 1 Euro je Grundstück zum Kauf angeboten wurden. Die Gläubiger der im Grundbuch eingetragenen Grundschulden haben der Landesbehörde bereits ihre Bereitschaft zur Löschung der Grundschulden signalisiert, somit kann ein lastenfreier Verkauf der Grundstücke erfolgen. 

Das Rittergut Ziegra ist geschichtlich betrachtet, eine der bedeutendsten und ältesten Anlagen im Umkreis von Döbeln. Im Verlauf der Jahrhunderte hat sich der Gebäudebestand der Anlage mehrfach verändert. Die heute existierenden, einen etwa quadratischen Hof umfassenden Gebäude, stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert sowie aus der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert und stellen trotz des Verfalls und zahlreicher entstellenden Veränderungen nach wie vor ein eindrucksvolles Ensemble dar. Überragt wird die Anlage durch die unmittelbar östlich vor dem Hof angelegte Kirche von 1770. 

Das der Stadt Döbeln angebotene Objekt - bestehend aus dem ehemaligen Herrenhaus sowie den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden und den Resten des Gutsparkes - ist seit dem Jahre 2016 unbewohnt und infolge des Leerstandes und teilweisem Verfall in einem mäßigen Zustand. Das Objekt wird als Kulturdenkmal geführt. 

Mit den Denkmalschutzbehörden des Landkreises Mittelsachsen und des Freistaates Sachsen gab es eine Abstimmung vor Ort über die Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Rittergutsanlage. So wird das Herrenhaus, das bis auf einige Änderungen noch weitestgehend im Originalzustand ist, von der Denkmalbehörde als unbedingt erhaltenswert eingeschätzt. Ziel ist es, das geschlossene Karree des Hofes in seiner Struktur zu erhalten und mit modernen Neubauten zu ergänzen. 

Da sich bereits mehrere Grundstücke im umliegenden Bereich des Rittergutes im Eigentum der Stadt Döbeln befinden, hat die Verwaltung dem Stadtrat den Kauf der angebotenen Grundstücke empfohlen. Zumal auch eine Anbindung des Areals an das öffentliche Abwassernetz durch den seit kurzem unmittelbar anliegenden Abwasserkanal gegeben ist. 

Der Ankauf der Grundstücke bietet die Möglichkeit - auch im Hinblick auf die dörfliche Entwicklung des Döbelner Ortsteiles Ziegra - das gesamte Rittergutsareal großzügig zu gestalten.

Die Stadt wird nun die Sicherung der Immobilien vornehmen und zu gegebener Zeit die Pläne zur Gestaltung des Areals entwickeln.

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